In eigener Sache

Sozialdemokraten feiern 30 jähriges Bestehen – Grußwort aus Brasilien

 

Der SPD Ortsverein Limbach-Oberfrohna blickt zurück auf 30 Jahre politische Arbeit in der Kommune. Am 10.01.1990 trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger Limbach-Oberfrohnas um nach 44 Jahren Parteiverbot erneut einen sozialdemokratischen Ortsverein ins Leben zu rufen.

Nun nach 30 Jahren werden Gründungsmitglieder berichten aus dieser turbulenten Zeit des Neuanfangs, von einer Zeit des radikalen Umbruchs, von der junge Menschen heute nur noch aus Geschichtsbüchern erfahren.

Johannes Gerlach, 1990 Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer und später für Limbach-Oberfrohna als Mitglied im Sächsischen Landtag sendet aus Brasilien ein Grußwort mit persönlichen Erinnerungen aus der Zeit seiner aktiven politische Arbeit für Limbach-Oberfrohna.

Auch Frank Löbel, der lange Jahre als Kommunalpolitiker die SPD im Stadtrat von Limbach-Oberfrohna vertrat hat sich bereit erklärt unseren Jungsozialisten einen Einblick in die politische Situation vor 30 Jahren zu geben.

Interessierte und ehemalige Weggefährten sind herzlich eingeladen, am 17. Januar 2020 am Stadtpark 14 mit uns zu feiern und diese bewegende Zeit der friedlichen Revolution in Erinnerung zu rufen.

Sozialdemokratische Regionalgeschichte – drei Neugründungen:

Im Zuge der Industrialisierung, der im Limbacher Land konzentrierten Textilproduktion, entstand bereits 1871 in Limbach eine Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, sie ist ein Beleg für eine starke Arbeiterschaft, die nur 4 Jahre später bereits 70 Mitglieder aufwies. In gleichen Jahr Rede August Bebels in der Gaststätte Johannesbad.

Gedenktafel Hotel Johannesbad in der Dorotheenstr. 41

1878 Sozialistengesetz: Otto von Bismarck verbot Sozialdemokratische Vereine, Versammlungen und Schriften. Damit verlagerten sich Aktivitäten in den Untergrund. Ein eindrucksvolles Beispiel seinerzeit, der Crimmitschauer Sozialdemokrat Karl Wilhelm Stolle: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wilhelm_Stolle

Die Verfolgung weckte die Solidarität großer Teile der Arbeiterschaft und führte seit 1881 zunehmend zu Wahlerfolgen für die für formell als Einzelpersonen auftretenden Kandidaten der Sozialistischen Arbeiter Partei. Angesichts des gewachsenen Einflusses wurde eine Verlängerung des Sozialistengesetzes 1890 im Reichstag abgelehnt.

Im Jahr 1933 mit der Machtübernahme der NSDAP wurde die Sozialdemokratische Partei erneut verboten, deren Mitglieder verfolgt, inhaftiert und ermordet. In Limbach wurde Horst Strohbach, Lehrer und der Leiter des Reichsbanners aus dem Dienst entlassen und verhaftet.


Aufzug des Reichsbanner Georgstr. Ecke Pestalozzistr. (1929?)
(Reichsbanner: politischer Wehrverband zum Schutz der demokratischen Republik)

Nach dem Zeiten Weltkrieg im Jahr 1945 gründete sich der SPD Ortsverein in Limbach neu. Er hatte 131 Mitglieder, davon 52 Neumitglieder.

1946 zählte man 295 Mitglieder, bevor es am 16.04.1946 KPD und SPD zur SED (Sozialistische Einheitspartei) zwangsvereinigt wurden. SPD Mitglieder wurden erneut verfolgt und inhaftiert, oder flüchteten in die Westzonen.

16.04.46 Zwangsvereinigung von SPD und KPD Tagungsstätte "Kühn´s Gasthof in Limbach

1990 dritte Neugründung des SPD Ortsvereins Limbach-Oberfrohna

So viel vorerst zu unserer wechselvollen Ortsvereinsgeschichte. Zu unserem 150 jährigen Gründungsjubiläum im Jahr 2021 werden wir ausführlicher berichten

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